Tetzner, Heinz

Heinz Tetzner

Locker ausgeführtes Aquarell mit einem Haus im Mittelpunkt des Bildes, umgeben von Bäumen und Sträuchern, alles in verschneiter, winterlicher Atmosphäre, graue, bräunliche und bläuliche Töne vorherrschend mit wenigen roten und orangenen Akzenten
Heinz Tetzner, Winterlich I, 2001, Aquarell, Dauerleihgabe der Sparkassenstiftung Annaberg

Heinz Tetzner (1920–2007)

1920 geboren in Gersdorf
1934–1937 Lehre zum Musterzeichner
1941 Gaststudent an der Kunstakademie Königsberg (heute Kaliningrad/Russland)
1946–1950 Studium an der Hochschule für Bau und Bildende Kunst Weimar
1951–1953 Dozent an der Hochschule in Weimar
seit 1954 freischaffend in Gersdorf
2007 gestorben in Gersdorf

„Ich habe die Kunst immer als Kunst verstanden, niemals als Illustration der Ideologie, als Mittel der Erziehung oder ähnliches. Man wollte Kunst als Abbild, ich betrachte sie als Sinnbild“, so Heinz Tetzner, der seiner persönlichen Deutung des Erlebten immer eine große Bedeutung beimaß. Inspirationsquellen für sein eigenes künstlerisches Tun waren die Arbeiten von Paul Cézanne (1839–1906) und Pablo Picasso (1881–1973) ebenso wie die von Max Pechstein (1881–1955), Erich Heckel (1883–1970) oder Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976), wobei er Letztere persönlich kennenlernte, als er in Weimar an der Hochschule für Bau und Bildende Kunst studierte.
Der Künstler selbst bezeichnete seinen Stil als expressiven Realismus. Sein Lebenswerk, das Öl- und Aquarellmalerei, Holzschnitt und Zeichnung umfasst, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Zu seinen Motiven gehörten expressive Porträts, zahlreiche Selbstporträts, Landschaften, Tierdarstellungen, Blumenstillleben, Genreszenen, Harlekine, auch religiöse Themen als Gleichnis aufgefasst. Er umarmte das Leben mit Überschwang in ikarischen Höhenflügen und diabolischen Abgründen und erzählte seine Geschichten in ungezwungener Eigenart über den Menschen und sein Selbst, über das Innen und das Außen, das ihn berührt, bewegt, quält, einschränkt oder wachsen lässt. Er malte, wie er atmete, aus einer inneren Notwendigkeit heraus.
Seit 2001 werden in wechselnden Ausstellungen Werke des Ehrenbürgers Tetzner im Heinz-Tetzner-Museum in seinem Heimatort Gersdorf präsentiert.

Literatur:
Die großen Alten, Teil 1 (Kurt Teubner, Albert Hennig, Fritz Keller, Heinz Tetzner), Ausstellungskatalog, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz, Chemnitz 1996, S. 46
Heinz Tetzner. Malerei und Grafik, Ausstellungskatalog, Neue Sächsische Galerie Chemnitz, Chemnitz 1995
Heinz Tetzner. Ausstellungskatalog, Bilderhaus Krämerbrücke Erfurt, Erfurt 1999
Heinz Tetzner. Zeichnungen und Lithographien, Ausstellungskatalog, Städtisches Museum Zwickau, Zwickau 2000
Heinz Tetzner. Ich male wie ich atme, Ausstellungskatalog, Tetzner-Museum Gersdorf, Gersdorf 2004

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