Siebert, Priscilla Ann

Priscilla Ann Siebert

Repräsnetatives Gemälde in fast surrealer, genauer Malweise, Hauptgegenstand ist ein abgestorbener Baum, gräulich-weiß, weitere Äste liegen wie Konochen eines Skelettes daneben, im Hintergrund braune und graue Hügel vor gelblich-grauem Himmel
Priscilla Ann Siebert, O Arzgebirg, wie bist du schie, 1988, Öl auf Hartfaser

Priscilla Ann Siebert (1917–2020)

1917 geboren als Priscilla Ann Thornycroft in Golders Green, London
1935 Studium an der Worthing Art School
1935–1937 Studium der Malerei, Grafik und Angewandten Kunst an der Slade School of Fine Art, London
1939–1940 Beteiligung an Lehrgängen für Lithografie und Freskenmalerei, vorzeitiger Abbruch wegen der Bombardierung Londons
seit 1938 freischaffende Künstlerin
1942 Heirat mit dem deutschen Widerstandskämpfer Hans Siebert
1948 Übersiedlung nach Berlin
1950–1952 lebt mit der Familie in Kleinmachnow
1948–1953 Tierillustrationen für die ABC-Zeitung und Kinderbücher
1952 Mitglied des VBKD
seit 1952 in Dresden lebend
1968–1990 Vorstandsmitglied der Genossenschaft Bildender Künstler Kunst der Zeit Dresden
Mitglied des Sächsischen Künstlerbundes und Mitglied des Neuen Sächsischen Kunstvereins
2020 gestorben in Dresden

Wie bei vielen Künstlern und Künstlerinnen ihrer Generation war es der Verlauf der politischen Geschichte, der zu einer an tragischen Geschehnissen und Brüchen reichen Biografie geführt hatte. Jedoch konnte Priscilla Ann Siebert das Erlebte nicht verbittern. Ihr Glauben an die Menschlichkeit war unerschütterlich. Sie erzählt mit ihrer Kunst ihre Geschichte, das Erschrecken, ihr Sehnen und ihr Träumen, auch ihre Visionen. Sie musste nach der Bombardierung Londons ihre Eindrücke abarbeiten, ein für alle Mal, und das manchmal auch noch Jahre später. So sind die Arbeiten zum großen Teil Selbstgespräche mit Formen, Farben, Linien, Räumen, mit Kompositionen und Erinnerungen. Sie blieb der Dingwelt verhaftet und beschäftigte sich auch mit Endlichkeitsbildern – Lebenslandschaften von echoloser Stille. Nicht die Zerbrechlichkeit des Menschen war ihr Thema, auch nicht das Trauma seines Daseins, sondern der Mensch in seiner Welt, die er nicht mutwillig zerstören sollte.

Literatur:
Priscilla Ann Siebert. Retrospektive, Ausstellungskatalog, Galerie im Hofmannschen Gut, Dittersbach/Stolpen, Dittersbach 1998
Siebert, Priscilla Ann, in: Lexikon Künstler in der DDR, hg. von Dietmar Eisold, Berlin 2010, S. 898

Zurück